Jo Ha Kyu, ma-oku und ma-ai
| Jo langsam | Ha mittel | Kyu schnell |
| ma | Raum |
| oku | Besitz ergreifen, nehmen |
| ai | Harmonie, Bewusstsein |
Renku-Dichtung (Kettendichtung)
Renku-Gedichte sind eine traditionelle japanische Gedichtform, die es schon seit 1000 Jahren gibt. Diese Art der Ketten-Dichtung durch mehrere Autoren war anfangs eine höfische Kunst an den verschiedenen Herrschersitzen in Japan. Im Verlauf des 17.Jahrhunderts wurde diese Kettendichtung durch die nicht mehr kriegerisch tätigen Samurai zu einer Art Nonsens-Dichtung (haikai). Renoviert wurde die Renku-Dichtung durch Bashô.
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Berge im Nebel Seht nur! Selbst die
namenlosen Berge
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Bashô (Matsu Munefusa) (1644 - 1694) |
Es gibt verschiedene Arten der Renku-Dichtung. Grundlage ist bei allen Gedichten ein 17 Silben-Vers (in Japanisch). Bei der am meisten verbreiteten Art, den Kasen-Versen, gilt folgender Aufbau zu beachten:
| Einleitung, Prolog oder Ouvertüre (6 Strophen) | jo |
| Hauptsatz, Entwicklung oder Erweiterung (24 Strophen) | ha 1 und ha 2 |
| Schluss, Folgerung oder Epilog (6 Strophen) | kyu |
Im Schlussteil gilt die Regel, dass die letzte Strophe ageku enthalten muss (optimistischer Ton).
Nô-Theater (Masken-Theater)
Diese Form entstand im 14. Jahrhundert an den Höfen der Daimyo und war nur für die Hofgarde und die Samurai bestimmt. Prächtige Kostüme aus Goldbrokat und Seide, Masken, Musik und Tänze wurden auf der Bühne in streng ritualisierten Bewegungen gezeigt. Die Bewegungen werden in faszinierender Langsamkeit dargeboten. Die Handlung spielt meist an grossen Höfen und der Inhalt ist Begegnung mit Unsichtbarem, mit der Welt der Götter. Auch hier erfolgt eine Einleitung, eine Entwicklung und ein Schluss (Jo Ha Kyu).
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| Nô-Maske | Nô-Figur |
Beide Kunstformen haben nach der Lösung der aufgebauten Spannung noch ein kurzes Nachspiel, welches in die Zukunft weist.
Ipponme mae
| Nukitsuke |
Jo Ha Kyu |
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Das Ergreifen des Schwertes ist eine Tätigkeit die unbewusst von den Händen her ablaufen muss. Mit dem Ausklinken des Schwertes beschleunigt sich die Bewegung und endet in einem Schnitt auf Augenhöhe oder besser durch die Augen | Zanshin: Der Gegner muss körperlich und geistig spüren, dass etwas Tödliches begonnen hat. Bis zum Moment , wo das Schwert die Saya verlässt, kann der Gegner den Ablauf jederzeit stoppen. |
| Seme | Jo |
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Durch leichtes Drücken der Schwertspitze in die linke Augenhöhle des Gegners versucht man ihn aus dem Gleichgewicht zubringen. Schon beim Vorwärtsbewegen weicht das Kissaki leicht nach hinten oben aus. | Der Druck nach vorne wird nicht nur durch die Schwertspitze ausgeführt, sondern auch durch die körperliche und geistige Präsenz (Bewegung aus dem hara heraus). |
| Furikaburi | Ha |
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Das Aufziehen des Schwertes ist ein beeindruckender Moment der im ganzen Raum spürbar sein muss. Die Bedrohung wirkt auch nach hinten. Du rutschst mehr oder weniger mit dem Körper nach (hara). | Zanshin: Die Aufmerksamkeit ist auf den Raum vor dir konzentriert. |
| Kiri oroshi Kiri tsuke | Kyu | Die ganze Bewegung ist auf das Kissaki konzentriert, auf den Moment des Auftreffens auf die Stirn. | ma-ai, enzen no metsuke | |
| Chiburi |
Jo Ha Kyu |
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Am Ende vom Chiburi, wenn der linke Fuss zu rechten genommen wird, finden wir einen der stärksten Momente der Kata. Der Gegner, vermutlich unbeweglich, und alle Umstehenden müssen fürchten, dass das Schwert weiterarbeitet. Entwarnung kommt erst, wenn ich beschliesse zurück zu treten (Siehe Bild links). | Zanshin, und ma-oku Das Nachziehen des linken Fusses auf gleiche Höhe sollte meiner Meinung nach direkt und ohne Pause ans Chiburi anschliessen (Kyu-Phase). |
| Noto | ||||
Jo Ha Kyu
Es handelt sich um eine langsame Bewegung die immer schneller wird, Kraft und Energie aufbaut bis zum Auftreffen des Kissakis auf den Gegner oder bis zum erwarteten Ereignis (Block, Stoss, Aufstehen, etc.). Es ist der kontrollierte Aufbau eines Rhythmus, der ab einem bestimmten Moment nicht mehr gestoppt werden kann. Die Geschwindigkeitskurve endet nicht in einer Spitze, sondern auf einem Plateau und fällt dann schnell auf beinahe Null ab. Stillstand tritt nie ein.
Karl Traber, Februar 2005 (Quellen: Internet, div.)