Etiquette im Dojo
Dojo Ein Dojo ist der Ort, wo der Weg des Krieges (Budo) geübt wird. Es hat nichts mit einer Sporthalle oder einem Fitnessraum zu tun, auch wenn eine Turnhalle als Dojo herhalten muss. Es sollte vielmehr ein Ort der geistigen Kraftentfaltung sein. Im Dojo ist die jahrhunderte lange Tradition, die Überlieferung einer alten Kriegskunst spürbar. Die Kamiza, der Sitz der Götter, repräsentiert die Präsenz unserer Vorväter, angefangen beim Gründer der Schule und endend beim Soke (Oberhaupt) unserer jeweiligen Richtung. Äusserlich sollte jedes Dojo über eine Kamiza verfügen, dies kann ein einfaches Tuch mit Schriftzeichen sein, welches temporär aufgehängt wird, kann ein Portrait eines Gründervaters enthalten und kann bis zu einem fest installierten Schrein gehen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Kamiza sollte aber Ehrfürchtigkeit und Bescheidenheit ausstrahlen. Verhalten und geistige Einstellung Wenn wir ein Dojo betreten, treten wir in eine Welt der Verbindlichkeit, der Höflichkeit, des Respekts und der Wahrheit ein. Unser Geist bricht die Verbindung mit den Alltagssorgen ab und wir werden uns der Endgültigkeit unseres Tuns bewusst. Jeder Schnitt den wir führen hat den Tod eines Gegners zur Folge und soll nur in diesem Bewusstsein durchgeführt werden. Jede Handlung und jede Bewegung im Dojo hat einen Sinn. Sie alle dienen der Sicherheit der Übenden. Das strikte Zeremoniell ist das sichtbare Zeichen der Konzentration auf die bevorstehende Trainingsphase und ist ein Verinnerlichen von Verhaltensweisen die Gültigkeit haben im Umgang mit Schwert und Menschen, auch im Alltag. Sensei Während der Zeit des Trainings übernimmt dein Sensei für dich und deinen Trainingsfortschritt, für deine Gesundheit und deine Sicherheit die Verantwortung. Die Anweisungen des Senseis werden strikte befolgt und dem Sensei wird nicht widersprochen oder seine Anweisungen in Frage gestellt. Dieser Gehorsam dient der Sicherheit des Schülers und ist gleichzeitig ein Teil des mentalen Trainings welches ein Samurai durchlaufen muss. Wenn der Sensei temporär einen höhergradigen Schüler als dein Instruktor bestimmt, so ist diesem Instruktor ebenso wie deinem Sensei Respekt und Gehorsam zu zollen. Als Schüler hast du aber auch die Pflicht deinem Sensei weiterzuhelfen, falls seine Anweisungen zu gefährlichen Situationen führen. Der Schüler ist nicht von der Pflicht des Mitdenkens enthoben! Alle Trainierenden in einem Dojo entwickeln sich gemeinsam weiter, der Sensei bleibt ohne seine Schüler stehen und die Schüler können sich ohne Sensei nicht entwickeln. Mokuso (Ein Augenblick der Stille) Der Körper befindet sich in Seiza, Wirbelsäule gerade, Kinn leicht gegen den Hals gedrückt. Die Hände formen vor dem Hara (Unterbauch) einen Kristall (Daumenspitze auf Daumenspitze, ebenso die drei grossen Finger der Hand. In dieser Stellung ist der Körper leicht gespannt und trotzdem in vollkommener Ruhe. Der Geist ist hell und wach und denkt an nichts. Umgebungsgeräusche werden wohl wahrgenommen, vermögen aber den Geist nicht abzulenken. Der Atem geht ruhig und regelmässig, die ganze Energie der Atmung ist im Hara konzentriert. Es ist ein Zustand des Friedens und der Vollkommenheit. Gelingt es dir zu Beginn deines Weges nicht, dich gedankenfrei zu machen, so bitte deine Götter um ein lehrreiches Training und um Hilfestellung bei deiner Weiterentwicklung. Mit fortschreitender Übung, wirst du den Zustand des Nichtdenkens trotz grösster Alltagssorgen immer leichter erreichen. Mokuso dient ebenso der Sicherheit im Dojo wie alle andern Benimmregeln. Hajime no saho (Zeremoniell zu Beginn des Trainings) Reihenfolge des Zeremoniells: Mokuso, Shinzen ni rei, Torei 1. Mokuso Formelle Aufstellung (Kamiza rechts, höhergradige Schüler rechts, Sensei und Dangrade vis à vis). Kommando: "Seiza" Um in seiza (Fersensitz) zu gelangen biegt man die Knie ohne die Füsse zu bewegen, Körper so aufrecht wie möglich, Blick nach vorne. Dann schlägt man das linke Hosenbein mit der rechten Hand möglichst leise nach aussen (hakama sabaki), dann das rechte. Stelle zuerst das linke Knie auf den Boden, dann das rechte Knie eine Faustbreit daneben. Zehen flach nebeneinander legen, auf Fersen sitzen. Falls nötig Sageoknoten am Hakama lösen, Schwert mit der linken Hand nach vorne stossen, Sageo mit Links im unteren Drittel greifen und zur Tsuba führen. Mit der rechten Hand Schwert und Sageo unterhalb der Tsuba greifen, nach vorne aus dem Obi ziehen und rechts neben Knie, Tsuba auf Kniehöhe, Schneide nach innen, auf den Boden legen. Beide Hände liegen jetzt auf den Oberschenkeln. Auf Kommando "Mokuso" warten.|
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| Sageo und Schwert nach vorne stossen | Schwert rechts übernehmen | Rechts positionieren | Mokuso |
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| teito shisei | Rechte Hand greift über Linke (Seitei) ohne die Schulter in die Höhe zu ziehen! | shinzen ni rei (tachi rei) | teito-shisei |
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| teito shisei | hakama sabaki | Linkes Knie | Rechtes Knie | Zehen (Seisa) |
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